m Schloss zu Eger lebten einst drei wunderschöne Schwestern: Anna, Maria und Brunnhilde.
Bei einem ritterlichen Kampfspiel wurden sie von einem übermütigen Ritter beleidigt. Zur Rettung der Ehre der drei Schwestern forderte ihn ein fremder Ritter zum Zweikampf auf und tötete ihn.

ie Folge davon war, dass alle drei Schwestern den unbekannten Ritter liebten. Dieser begehrte aber nur die Jüngste, Brunnhilde. Um nun keine zu beleidigen, verabschiedete er sich und nahm an einem Kreuzzug teil. Die Schwestern gelobten nun, nie mehr einen Mann zu lieben. Jede sollte auf einem Berg eine Kapelle errichten und dort wohnen. Die aber, welche den Schwur breche, sollte dadurch bestraft werden, daß ihre Kapelle in Schutt und Asche zerfalle. Anna baute die Kapelle St. Anna auf einem Berg bei Eger, Maria die zu Maria Kulm und Brunnhilde die auf dem Kapellenberg. Jede der drei Schwestern lebte nun still für sich in Abgeschiedenheit.

runnhilde war schon alt geworden. Da kam ein greiser Pilger zu ihr. Er trug einen Mantel, der durch einen Türkenpfeil zusammengehalten wurde und den ein rotes Kreuz zierte. Brunnhilde erkannte in dem greisen Pilger jenen ritterlichen Helden und sank in seine Arme. Die beiden flohen. Brausender Sturm erhob sich. Die Fliehenden hörten hinter sich die schrillen Töne des Glöckleins und die Kapelle zerfiel in Schutt und Asche.